Eisbären gegen Schweden

This article was first published here on August 9th, 2012. I share it because the activists from gegenstromberlin were really creative this time. Congrats!

Mit Eisbären gegen schwedischen Kohlekonzern: Am heutigen Donnerstag haben Aktivist/innen und Eisbären die Nordischen Botschaften in Berlin-Tiergarten besucht. Mit der friedlichen Intervention demonstrieren sie gegen klimaschädliche Unternehmensstrategie des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall. Dem schwedischen Botschafter wurden Forderungen übergeben.

Um sprichwörtlich fünf vor zwölf marschierten rund 15 Akvistist/innen und zwei Eisbären in die Nordischen Botschaften in Berlin. Ihr Ziel: Das Büro des schwedischen Botschafters, Staffan Carlsson. Die Aktivist/innen aus dem Umfeld des Lausitzers Klimacamps wollten ihm eine Forderungsliste übergeben.

Christina Eichberger, Pressesprecherin des Lausitzer Klima- und Energiecamps, erklärt worum es geht: „Schweden muss als Eigentümer von Vattenfall für dessen Umweltsünden zur Rechenschaft gezogen werden. Es darf nicht sein, dass der Konzern sich in Schweden grün gibt und in Deutschland rücksichtslos seine Kohleprojekte durchboxt. Darauf wollen wir heute den Schwedischen Botschafter Carlsson hinweisen. Schweden kann sich nicht weiter hinter Pippi Langstrumpf verstecken, wenn Vattenfall hier seine häßliche Fratze zeigt.”

Zu einer persönlichen Begegnung zwischen den Aktivist/innen und den Eisbären mit dem Botschafter kam es nicht. Die Forderungen wurden einer Mitarbeiterin übergeben. Die Eisbären entfalteten in der Botschaftshalle ein kunstvolles Banner auf dem Kohlebagger und Kraftwerksblöcke zu sehen waren. Darunter stand: „Svenska Klimapolitiken?“ Im zweitgrößten Braunkohle-Revier Deutschlands, in der brandenburgischen Lausitz, betreibt Vattenfall Europe mehrere Braunkohle-Tagebau und Kohlekraftwerke. In der Region und auch in Berlin inszeniert sich Vattenfall Europe immer wieder als verantwortungsvolles Unternehmen, das sich um Arbeitsplätze und Umwelt bemühe. „Tatsächlich ist es so, dass Vattenfall die Lausitz wie eine Heuschrecke aussaugt“, sagt Eichberger.

Die Region werde durch die Tagebaue zerstört und den Menschen bleibe nur die Illusion von Industrie. So gebe es trotz Braunkohlebooms weniger Arbeitsplätze als noch im Vorjahr. Seit Jahren steige zwar die Braunkohleproduktion in der Lausitz, aber der Energieverbrauch der Region Berlin-Brandenburg steigt nicht – nur der Profit von Vattenfall.

Fotos der Aktion finden Sie hier: http://wtrns.fr/j2fpU8-03sRk8uk

Der Flyertext:

Pippi Langstrumpf hätte das nicht zugelassen!

Wir stellen fest:

  • Vattenfall Europe ist ein 100%-iges Tochterunternehmen vom schwedischen Staatskonzern Vattenfall AB. Somit haftet der schwedische Staat für sämtliche Taten von Vattenfall Europe (inkl. Vattenfall Europe Mining).
  • Vattenfall erzeugt über 90% seines Stromes in Deutschland aus fossilen Energieträgern, vor allem Braunkohle. Es entstehen rund 81% der Emissionen von Vattenfall in Deutschland.
  • Erneuerbare Energien machen beim deutschen Strommix von Vattenfall nur einen Bruchteil von 0,1 % aus – der Konzern vermarktet sich aber als ‘grün und zukunftsorientiert’.
  • Vattenfall verklagt in einem fragwürdigen Prozess die Bundesrepublik Deutschland auf Grund entgangener Profite durch den Atomausstieg.
  • Durch die kostenfreie Zuteilung von Emissionshandelszertifikaten machte Vattenfall einen Gewinn von mindestens 5,7 Mrd. €.
  • Durch das starre Festhalten an der Braunkohleverstromung gefährdet Vattenfall den überfälligen Strukturwandel in der Lausitz. Dabei setzt der Konzern lokalen Widerstand illegitim unter Druck und kauft sich Akzeptanz vor Ort.

Wir rufen fragend nach Schweden:

  • Glaubt die schwedische Regierung ernsthaft an den menschengemachten Klimawandel oder will sie sich nur vor den eigenen Wähler*innen grün waschen?
  • Warum wird der deutsche Atomausstieg hintertrieben und warum lässt der Staat seinen Konzern nicht die dubiose Klage zurückziehen?
  • Warum wird der sozial-ökologische Strukturwandel in einer wirtschaftlich schwachen Region wie der Lausitz blockiert?
  • Warum wird die Vertreibung hunderter Menschen aus ihren Dörfern- zugunsten einer Kohlegrube nicht verhindert?

Wir fordern:

  • Power to the People: der Staatskonzern Vattenfall muss demokratischer Kontrolle unterstellt werden anstatt lediglich an Profiten orientiert zu sein.
  • Es darf keine neuen Tagebau und keine neuen Kohlekraftwerke mehr geben.
  • Schwed*innen und Lausitzer*innen sollen Entscheidungsbefugnisse über das Vorgehen des Konzerns in der Region bekommen: die Energiepolitik muss so ausgerichtet sein, dass Bedürfnisse zukünftiger Generationen sowie die von Menschen des globalen Südens mit berücksichtigt werden.

Über GYGeorg

Global. Young. Green. Drei Eigenschaften von Georg, der lange u.a. bei den Global Young Greens (GYG) aktiv war und mittlerweile für den Kohleausstieg in Deutschland kämpft.

Veröffentlicht am Dezember 8, 2012, in Climate Action. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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