Wegwerfstrom aus Braunkohle

Die vom Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) veröffentlichten Zahlen zeigen deutlich, dass Deutschland kein Problem mit „weggeworfenem“ Strom aus den erneuerbaren Energien hat. Vielmehr ist es der überschüssige Braunkohlestrom, der zu Überkapazitäten im Netz und zu hohen Exportzahlen führt. In den ersten drei Monaten des Jahres 2013 hat Deutschland 10.579 Gigawattstunden (GWh) Strom exportiert. Das sind über 150 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Datenlage zeigt die Wahrheit

Bei einer genaueren Analyse zeigt sich, welcher Strom wirklich die Netze verstopft und dazu führt, dass Deutschland Strom exportiert. Es wurde im Vergleich zum Vorjahr 17,5 Prozent weniger Windstrom erzeugt, weil es gerade im Januar und Februar eine große Flaute gab. Zudem schlug sich der lange und dunkle Winter auch auf die Solarstromproduktion nieder: minus 15,8 Prozent.

Das glatte Gegenteil ist bei der Erzeugung aus fossilen Energieträgern der Fall. Hier stieg die Produktion um satte 15,3 Prozent beziehungsweise fast 11.000 GWh. Das ist sogar noch mehr als die gesamte Strommenge, die exportiert wurde. Deutschland produziert Kohlestrom für die Katz und muss ihn dann zum Dumping-Preis abgeben. Das ist schlecht für den Markt und für das Klima.

Grüne Idee: Emissionshandel fit machen, Geld sparen

Der Anstieg der Kohleverstromung und somit auch von klimaschädlichen Emissionen ist besorgniserregend. Dabei folgt dies der derzeitigen Marktlogik, denn es gibt einen extrem niedrigen CO2-Preis von circa vier Euro. Damit müssen gerade die schmutzigen Braunkohlekraftwerke fast nichts für ihre Emissionen zahlen. Aber die Kosten werden natürlich an die StromkundInnen weitergegeben. Die Konzerne machen also noch einen Extragewinn bei diesem Spiel.

Wir wollen deshalb einen verbindlichen CO2-Mindestpreis einführen. Dadurch wird der Emissionshandel wieder fit gemacht und Braunkohle erhält einen realistischen Preis. Das reduziert die Gewinne der Konzerne und spart somit Geld für die Kundinnen und Kunden. Zudem wird das Klima geschont, der Wechsel von Kohle auf Erneuerbare gelingt und Europa wird nicht mit unserem Dumping-Strom zugeschüttet.

(Artikel erschien zuerst hier: http://www.gruene-bundestag.de/themen/energie/schuld-ist-die-braunkohle_ID_4387991.html)

 

Über GYGeorg

Global. Young. Green. Drei Eigenschaften von Georg, der lange u.a. bei den Global Young Greens (GYG) aktiv war und mittlerweile für den Kohleausstieg in Deutschland kämpft.

Veröffentlicht am April 11, 2013 in Allgemein und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. „Deutschland produziert Kohlestrom für die Katz und muss ihn dann zum Dumping-Preis abgeben.“ Mit Dumping, also Verkauf unter Herstellungskosten, hat das nichts tun, sondern einfach damit, dass Kohlestrom wegen des nichtfunktionierenden Emissionshandels andere Erzeuger, allen voran CO2-emissonsärmere Gaskraftwerke aus dem Markt kegelt.

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