Yasuni ITT gescheitert

Heute las ich bestürtzt, dass eines meiner Lieblingsprojekte zur Rettung der Welt gescheitert ist. Das Gebiet mit der weltweit höchsten Dichte an Biodiversität wird nun der Ölmafia zum Fraß vorgeworfen. Der Paradigmenwechsel ist nicht gelungen. Schuld daran sind viele Akteure – nicht zu letzt alle, die den Erdölhunger mit Autos und Maschinen mit befeuern. Ein Mann hat aber einen besonderen Anteil am millionenfachen Tod von Flora und Faune: der neoliberale Soldat Dirk Niebel.

Aktivist*innen übergeben vor dem Reichstag 120.000 Unterschriften, 11.11.2011; (c) Ruben Neugebauer/visual-rebellion.com

Aktivist*innen übergeben vor dem Reichstag 120.000 Unterschriften, 11.11.2011; (c) Ruben Neugebauer/visual-rebellion.com

Ecuador wollte 3,6 Mrd. Euro in einem UN-Treuhandfond sehen, damit es auf die geschätzten 8 Mrd. Euro Einnahmen aus den Ölverkäufen verzichtet. 13 Millionen kamen zusammen. Lächerlich. Dies ist klar fehlgeschlagen, obwohl gerade in Deutschland viele Organisationen (u.a. wir von der Grünen Jugend) für die Sache sehr engagiert waren. Doch Niebel hat dem Projekt, welches seine Vergängerin noch unterstützte , einen Korb gegeben und bereits zugesagt Gelder wieder gestrichen. Später gab er dann doch – doppelt verrechnete und somit falsche – Mittel. Die internationale Gemeischaft reagierte alarmiert. Die Aktivistin Sarah und ich wurden sogar zum Botschafter Ecuadors in Berlin zu einer Besprechung eingeladen. Doch der Support bröckelte und das Projekt blieb fern von den erhofften Milliardenzusagen entfernt. Niebel glaubt nicht an Umweltschutz, hasst wohl den Globalen Süden, wenn dieser nicht seine neoliberale Wirtschafts- und Privatisierungsagenda vorantreibt und hat deshalb dieses Projekt international abgeknallt.

Schon vor über zwei Jahren galt das Projekt als gescheitert, als die erste Deadline zum Sammeln von Spenden verstrich. Ecuadors Präsident Raffael Correa hatte später verkündet,  noch länger um Spenden bitten zu wollen. Damals habe ich mit der gleichen Wut im Bauch wie heute spontan zwei utopische Vorschläge gemacht. Heute – zwei Vollzeitjobs und zwei politische Ämter später – würde ich sie zwar nicht mehr genauso formulieren. Aber ich halte an der Grundidee fest:

Schritt 1 – Sofortiger Beginn von Verhandlungen über einen Fahrplan zu einer Fossil-Freien Welt (FFW), der mit Unterscheidung von Verantwortung und Möglichkeiten der Staaten diese auf das Ziel einer FFW bis 2100 ausrichtet. Der Globale Norden sollten seine Energie bereits 2050 fossil-frei bereitstellen.

Schritt 2 – Da der Emissionshandel nicht funktioniert: Go upstream! Also nicht nur die Emissionen, sondern schon die Förderung von fossilen Rohstoffen muss einen Preis bekommen. Alle Staaten die fossile fördern müssten eine Gebühr in einen UN Klimafond zahlen. Dann würden sie zweimal darüber nachdenken, ob sie die Exxons oder Wintershalls auf ihr Gebiet lassen.

My Idea (english)

Step 1 – Start negotiating a Roadmap for a Fossil Free World (FFW) which differentiates according to responsibilities and capabilities of nations. The goal should be a FFFW until 2100. The Global North should aim at removing oil from their energy production by 2050.

Step 2 – Since the Emissions-Trading-System fails to deliver: Go upstream! Not only emissions shall cost, but countries which are active in producing fossil fuels shall start paying a climate-fee into a UN Climate Change Fund. Hence, you would think twice before letting the Exxon or Wintershalls into your territory.

Über GYGeorg

Global. Young. Green. Drei Eigenschaften von Georg, der lange u.a. bei den Global Young Greens (GYG) aktiv war und mittlerweile für den Kohleausstieg in Deutschland kämpft.

Veröffentlicht am August 16, 2013, in Climate Policy, Growth, Revolution. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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