Kohle-Ausstiegs-Newsletter No.2 ist da!

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K O H L E A U S S T I E G
 
 
 
U P D A T E   #2
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Willkommen zur 2. Ausgabe des Kohleausstieg Updates. Wir wollen über aktuelle Entwicklungen und kommende Events aus Bewegung, Gesellschaft und Politik rund um den nötigen Kohleausstieg informieren. Mit diesem Newsletter wollen wir Informationen an alle Engagierten senden und mithelfen, dass auch unterschiedliche Zusammenhänge effektiv auf unser gemeinsames Ziel hinarbeiten: Kohleausstieg und Klimaschutz!

Macht diesen Newsletter also gerne bekannt. Infos zu Abonnement bzw. Abbestellung des Newsletters findet Ihr am Ende der Mail.
Schickt uns Eure Informationen, Berichte und Ankündigungen, damit wir sie in den Newsletter aufnehmen können an kohleausstieg_NEWS@riseup.net. Wir wollen einen Service für alle Gruppen und Personen sein, die gemeinsam für den Kohleausstieg streiten.

INHALT

+ + + NEUES  AUS  DER  BEWEGUNG + + +

1) RWE will Anti-Kohle Protest gerichtlich verbieten. Breites Bündnis kontert mit Kampagne: #NichtWir. 

 
2) Vormerken: Strategie- & Planungstreffen des Netzwerks „Energiekämpfe in Bewegung“ am 21.2. bis 23.2.
3) Austausch am 9.1.2014 über weltweit laufende Aktionen im Rahmen der von 350.org initiierten Kampagne Global Power Shift
 
4) 16.000 Menschen fordern Energiewende: Demo in Berlin am Samstag, 30.11.13
 
5) Adbusting in Cottbus – Kreative Ergänzung von Vattenfalls PR-Kampagne durch Aktivist_innen6) Auch in Schweden bekommt Vattenfall zunehmend Gegenwind7)

Petition: Raus aus fossilen Brennstoffen – keine KFW Gelder für neue Kohleprojekte!

+ + + SONDERRUBRIK + + + COP19 (UNFCCC) + + + WARSCHAU + + +

1) Studie erschienen: COP19 Guide to Corporate Lobbying

2) Neues vom neuen „Maskottchen“ der Anti-Kohlebewegung: Die Lunge unterwegs

3) Klima-und Energiewissenschaftler gegen Kohlestrom, aber nicht gegen CCS — Erklärung zum „Kohlegipfel“ in Warschau veröffentlicht

+ + + POLITIK + + + POLITIK + + + POLITIK

1) Energiewende absurd: Vattenfalls Braunkohletagebau profitiert immer stärker von EEG-Umlagebefreiung
2) Stromproduktion aus Braunkohle in BRD erreicht Rekordwert
3) SPD und Grüne in NRW verschenken ihre Chance, Datteln IV zu verhindern
4) Bundesverfassungsgericht zu Garzweiler II
5) Ontario beschließt den Kohleausstieg bis 2014

+ + + DEBATTE + + + DEBATTE + + + DEBATTE + + +

1) DIW resümiert seine Arbeit zur Braunkohlewirtschaft: Braunkohle nicht systemrelevant für die Energiewende

 
2) Neuerscheinung: Zeitschrift Peripherie „Bergbau – Alles muss raus!“3)Bericht: Knowledge & Power – Fossil Fuel Universities

+ + + INTERNATIONAL + + + INTERNATIONAL + + + INTERNATIONAL + + +

1) Internationale Degrowth-Konferenz, 2. bis 6. September 2014, Leipzig

2) Vattenfall erstellt im Auftrag der KfW Braunkohle-Konzept für den Kosovo

3) Australien: Blockade von geplanter Kohle-Mine

 
4) Nordkorea: Der Zusammenhang von Kohleexport und der Hinrichtung von Kim Jong-Uns Onkel 
 


+ + + SONSTIGES + + + SONSTIGES + + + SONSTIGES + + +1)  ZDF-Dokumentation ‚Böse Mine – gutes Geld: Das schmutzige Geschäft mit der Kohle‘2) ZDF-Reportage zu ‚Blackout-Drohungen‘ von Kohle-Energieversorgungsunternehmen

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+ + + NEUES  AUS  DER  BEWEGUNG + + +

1) RWE will Anti-Kohle Protest gerichtlich verbieten. Breites Bündnis kontert mit Gegen-Kampagne.

Vor dem Hintergrund des drohenden energiepolitischen Rollbacks der Großen Koalition, formiert sich das Umweltlager. Über 30 Gruppen unterstützen eine Kampagne. die Widerstand gegen Kohlekraft bis hin zu zivilem Ungehorsam für legitim hält: „#NichtWir müssen Protest unterlassen. Braunkohle unten lassen!“
Zu den Unterstützer_innen der Kampagne zählen neben den Bundesverbänden der Deutschen PfadfinderInnen, der GRÜNEN JUGEND, der BUND-Jugend, der Naturschutzjugend NAJU und der Naturfreunde Deutschlands Gruppen wie 350.org, Attac, ausgeCO2hlt, FIAN, Robin Wood, Urgewald und Aktivist_innen der Waldbesetzung nahe des Tagebaus Hambach im Rheinland. Unterstützung erhält die Kampagne aus Wissenschaft und Politik.
Im Rahmen der Kampagne forderten bis zum 24.12.2013 über 1600 Personen den Energiekonzern RWE zu einem Ausstieg aus der Kohlekraft. Für den Fall das klimapolitisch notwendige Schritte weiterhin ausbleiben, so heißt es in ihrem Brief, „sind [wir] moralisch dazu verpflichtet, angesichts der eindeutigen Gefahrensituation, die Unterlassungsansprüche unseres Mandanten [des Weltklimas] ohne weiteres auf dem Aktionsweg durchzusetzen“.
Kampagnen-Website: http://www.nicht-wir.de
Pressemitteilungen unter: http://www.nicht-wir.de/pressekontakt/
 
 
 
 
2) Vormerken: Strategie- & Planungstreffen des Netzwerks Energiekämpfe in Bewegung am 21.2. bis 23.2.
Das Netzwerk Energiekämpfe in Bewegung wird das Wochenende vom 21.02. bis 23.02.2014 zu einem Strategie-Treffen nutzen. Auf der Tagesordnung steht dabei auch die Fortführung der Kampagne #NichtWir (siehe unten). Der Ort des Treffens (ob Osnabrück oder Kassel) wird demnächst bekanntgegeben.
Das Netzwerk „Energiekämpfe in Bewegung“ (EkiB) besteht aus zahlreichen Gruppen, Organisationen, Initativen und Bündnissen und setzt sich ein für eine global gerechte, demokratisch kontrollierte, soziale und ökologische Energieversorgung. Das Netzwerk verfolgt das Ziel verschiedene Energiekämpfe stärker zu verknüpfen.
oder über die Mailingliste unter: https://lists.riseup.net/www/info/energiekaempfe
3) Austausch am 9.1.2014 über weltweit laufende Aktionen im Rahmen der von 350.org initiierten Kampagne Global Power Shift
 
 
This is a golden opportunity for teams who are in the midst preparing proposals or organising events to get in touch with the rest of the global movement and learn about their experiences. This time it will not be 350 staff and partners sharing information about plans. We will get to hear from some of you who are doing national and regional organising. We will hear about experiences thus far, what the challenges have been, the strategies that are emerging, and some of the exciting highlights.
There will be two hangouts on January 9 at 8 AM and 8 PM GMT/UTCto accommodate multiple time zones. Both hangouts will also have time for Q&A sessions moderated over chat.
Besucht zu den angegebenen Zeiten: www.globalpowershift.org/2014chat
 
 
 
 
4) Energiewende-Demo in Berlin am Samstag, 30.11.13 
 
 
„16.000 Menschen forderten am 30. November 2013 von der (künftigen) Bundesregierung, die Energiewende mit Sonne und Wind zu gestalten und Fracking, Kohle und Atom aufs Abstellgleis zu stellen. Die Empörung über die geplante Energiepolitik ist groß. Die Bevölkerung will deutlich schneller raus aus der Atomkraft und nicht länger auf Kohle setzen. Gehen Union und SPD einen anderen Weg, dann wird dieser Tag nur der Auftakt für weitaus größere Proteste gewesen sein.“
Bilder von der Demo:
5) Adbusting in Cottbus – Kreative Ergänzung von Vattenfalls PR-Kampagne durch Aktivist_innen
Unbekannte haben in der Nacht von 11. auf 12. Dezember in Cottbus die PR Kampagne von Vattenfall für den Bau einer neuen Tagebau in Welzow-Süd II mit zusätzliche Plakaten in Cottbus bereichert. Die Kampagne von Vattenfall zeigt verschiedene Braunkohle-Befürworter aus der Gegend: eine Frisöse von M Lockenexpress, ein Sporttrainer von der Lausitzer Füchse Weißwasser und auch Amanda Meyer, eine junge Asthmapatientin aus Welzow.
Die Asthmapatientin kommentiert: Unsere Luft ist mir Wichtig! Unsere Gesundheit ist das Wertvollste das wir haben. Was uns dabei nicht hilft? Die Braunkohle.Fotos unter: www.facebook.com/cough4coal

6) Auch in Schweden bekommt Vattenfall zunehmend Gegenwind

Die Proteste gegen die Coaltrans-Konferenz in Berlin haben Aktivist_innen nach Stockholm getragen. Sie projezierten ein Video an den dortigen Vattenfall-Firmensitz.

Mehr Infos unter:
http://vimeo.com/78488396
http://www.fria.nu/artikel/112532
https://www.facebook.com/jan.h.hustak/media_set?set=a.758010474224811.1073741830.100000475974667&type=1

In Malmö fand am 16.11. vor Vattenfalls Büro ein Flashmob gegen deren schmutzige Kohlepolitik statt.

Photos unter: https://www.facebook.com/events/686462844700236/702625126417341/?notif_t=like

7) Petition: Raus aus fossilen Brennstoffen – keine KFW Gelder für neue Kohleprojekte!
Einige öffentliche Banken, darunter die Weltbank und  die Europäische Investitionsbank, schränken ihre Kohleinvestitionen massiv ein – nicht jedoch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dabei gehört die Nutzung von Kohle zu den größten Treibern des menschengemachten Klimawandels. Selbst die Internationale Energieagentur (IEA) warnt eindringlich, dass keine neuen Kohlekraftwerke mehr gebaut werden dürfen.
Die von 350.org initiierte Kampagne Fossil Free Deutschland startete eine Petition, in der sie die KfW auffordern, zukünftige Investitionen in Kohleprojekte zu stoppen. Sie schließt damit an die Forderungen von Urgewald e.V., Klima-Allianz Deutschland u.a. an.
(Siehe auch unser Newsletter-Eintrag #2 unter „International“)
+ + + SONDERRUBRIK + + + COP19 (UNFCCC) + + + WARSCHAU + + +
1) COP19 Guide to Corporate Lobbying
In einer Studie die CEO (Corporate Europe Observatory) und TNI (Transnational Institute) im Kontext der Warschauer UN-Klimaverhandlungen veröffentlichten, wird der Unternehmenslobbyismus und Industrieeinflussnahme auf die Klimaverhandlungen dargestellt.
Die Studie rückt die elf offiziellen Partner der Klimakonferenz aus der Wirtschaft in den Blick. Daneben geht die Studie auf einige andere einflussreiche polnische Lobbygruppen ein und widmet sich der umfangreichen Liste der Lobbygruppen, die an der COP19 teilnehmen.
Die Studie behandelt zugleich die falschen Lösungsansätze, die durch diese Unternehmenslobbygruppen vorgeschlagen werden – Ansätze wie Shale Gas, Kohlenstoffe-Einlagerung (CCS) und Kohlenstoffmärkte.
2) Neues vom neuen „Maskottchen“ der Anti-Kohlebewegung: Die Lunge unterwegs
Die Lunge der „Cough4Coal“-Kampagne reiste in den letzten Wochen umher. Stopps dabei waren: Die UN-Klimakonferenz in Warschau und die zeitgleich dort stattfindende Kohlekonferenz sowie Brüssel, das Zentrum europäischer Politik.
Überall richteten die Aktivist_innen den Blick auf die Gesundheitsschädlichkeit von Kohle. In Brüssel protestierten sie gemeinsam mit EU-Parlamentariern für verbesserte Gesetzgebung zu Luftreinheit.
Informationen und Bilder der Aktionen unter:
3) Klima-und Energiewissenschaftler gegen Kohlestrom, aber nicht gegen CCS — Erklärung zum „Kohlegipfel“ in Warschau veröffentlicht
 
Eine Gruppe aus 27 internationalen Energie- und Klimawissenschaftlern reagierte mit einer gemeinsamen Erklärung auf den Start des umstrittenen internationalen Kohle- und Klimagipfels, der zeitgleich zur Weltklimakonferenz in Warschau stattfand.
In ihrem Statement treten die Wissenschaftler der Behauptung entgegen, dass sogenannte „hocheffiziente, emissionsarme Kohleverbrennungstechnologien“ eine Lösung für das Klimaproblem darstellten. „Selbst die effizientesten kohlebefeuerten Kraftwerke stoßen etwa 15 mal mehr CO2 pro Kilowattstunde aus als erneuerbare Energiesysteme“, heißt es in der Erklärung. Auch vier Unterzeichner aus Deutschland finden sich unter den Wissenschaftlern: Dr. Niklas Höhne (Ecofys), Prof. Claudia Kemfert (DIW), Dr. Felix Christian Matthes (Öko-Institut) und Prof. Hans-Joachim Schellnhuber (PIK).
Die Erklärung zum Download als pdf-Dokument:  http://www.europeanclimate.org/documents/NoCoalDE.pdf
+ + + POLITIK + + + POLITIK + + + POLITIK
1) Energiewende absurd: Vattenfalls Braunkohletagebau profitiert immer stärker von EEG-Umlagebefreiung
Für seinen Stromverbrauch in den Lausitzer Tagebauen stiehlt sich Vattenfall weitestgehend aus der EEG-Umlage – und das, obwohl der Verbrauch des Konzerns in diesen Tagebauen dem Jahresstromverbrauch der Stadt Köln nahekommt. Im Jahr 2013 sparte der Konzern so fast 68 Mio. EUR. Im Jahr 2014 könnten es gar 80 Mio. EUR werden.
Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe vom 2.1.2014: http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=3250
Artikel zu diesem Thema:
2) Stromproduktion aus Braunkohle in BRD erreicht Rekordwert
„Klimaschädliche Kohlekraftwerke sollen durch die Energiewende zurückgedrängt werden. Doch laut neuen Zahlen produzieren sie so viel Strom wie zuletzt vor mehr als 20 Jahren.
Im Jahr 1990 erzeugten Deutschlands Braunkohlekraftwerke knapp 171 Milliarden Kilowattstunden Strom. Damals liefen jedoch viele alte DDR-Meiler noch. Mittlerweile sollen die klimaschädlichen Kraftwerke dank der Energiewende eigentlich zurückgedrängt werden. Doch davon ist bislang wenig zu spüren – im Gegenteil: Mit 162 Milliarden Kilowattstunden kletterte die Stromproduktion aus Braunkohle 2013 auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung.“ (Quelle: Der Spiegel vom 7.1.2014)
Die Entwicklung der Stromproduktion in Zahlen: http://www.ag-energiebilanzen.de/
3) SPD und Grüne in NRW verschenken Chance Datteln IV noch zu verhindern
Mit der Entscheidung für das sogenannte „Zielabweichungsverfahren“ ermöglich die rot-grüne Landesregierung unter Hannelore Kraft eine nachträgliche Legalisierung des Schwarzbaus Datteln IV. Dieses Kohlekraftwerk war praktisch ohne jegliche Genehmigung und im Widerspruch zum Landesentwicklungsplan gebaut worden. Nach einem Urteil des BVerfG hatte sich E.On auch schon zum Rückbau verpflichtet.
Gerade die Grünen hatten im Wahlkampf hervorgehoben, sich gegen Datteln einsetzen zu wollen. So hatte der ehemalige Spitzenkandidat Jürgen Trittin versprochen, mit einer Stimme für die Grünen könnte das Steinkohlekraftwerk verhindert werden. Im Koalitionsvertrag einigten sich dann beide Parteien aber nur darauf, die Entscheidung den Gerichten zu überlassen. Gleichzeitig wurden mehr Kompetenzen in die Staatskanzlei von Kohlefreundin Kraft übertragen. Mit der nun erfolgten Entscheidung kann ein neues Verfahren eingeleitet werden. Wie von den Grünen versprochen ist das wesentlich „sauberer“ als die Rechtsverbiegung unter der Regierung Rüttgers. Es gilt aber als ausgemacht, dass mit dem neuen Verfahren „mit grünem Siegel“ das Kraftwerk rechtlich legitimiert wird.
Eine Chance zur Verhinderung von Datteln IV gibt es aber noch: Umweltminister Remmel. Er hat im Kabinett zwar dem Zielabweichungsverfahren zugestimmt und damit formell den Koalitionskompromiss mitgetragen, aber er ist nun für die Genehmigung nach dem Emissions- und Anwohnerschutz zuständig. Politisch ist das eine – fachlich aber was ganz anderes. Er darf diese Genehmigung auf keinen Fall aussprechen! Hierfür braucht es aber weiter politischen Druck. Diese Kompetenz hat er nach aktuellem Landesrecht. Allerdings will die Regierung dieses parallel ändern.
Gleichzeitig sieht ein Entwurf des neuen Landesentwicklungsplanes vor, dass Kraftwerke auf der Regionalebene und nicht mehr vom Land geplant werden. Zukünftig will man Probleme wie mit Datteln offenbar umgehen – und sich nicht mehr selber die Hände schmutzig machen. Bis 28. Februar können noch Stellungsnahmen zum Entwurf gemacht werden!
Offener Brief von Greenpeace, BUND, Deutsche Umwelthilfe, Naturfreunden, Urgewald und Campact an die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen: https://www.campact.de/presse/mitteilung/datteln/appell/pm-2013-12-14offener-brief-datteln/
Aktivist_innen von ausgeCO2hlt nahmen die Entscheidung zu Datteln IV zum Anlass für eine Aktion vor der Landesgeschäftstelle der Grünen in NRW – mehr unter: http://www.ausgeco2hlt.de/2013/12/22/aktivistinnen-gratulieren-nrw-gr%C3%BCne-zu-ihrem-kniefall/
4) Bundesverfassungsgericht zu Garzweiler II
Mit Urteil vom 17. Dezember 2013 hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden, das Umsiedlungen und Enteignungen zur Gewinnung von Braunkohle nicht gegen das „Grundrecht auf Heimat“ verstoßen. Die Energieversorgung und damit auch der Abbau von (Braun)Kohle seien wichtig für das Gemeinwohl. Das ist ein Schlag ins Gesicht für Anti-Kohle-Aktivist_innen, für das Weltklima und alle Menschen, die schon heute unter dem Folgen des Klimawandels leiden. Das Urteil zeigt umso deutlicher: Kohleausstieg bleibt Handarbeit!
Die Tageszeitung TAZ weist im Zusammenhang mit dem Urteil berechtigter Weise darauf hin, dass eine Reform des uralten Bergrechtes dringend notwendig ist. Grüne und Linke fordern dies auf Bundesebene. Aus Brandenburg, NRW oder anderen Ländern kamen bisher jedoch keine Initiativen.
Positives Ergebnis des Urteils: Die Klagemöglichkeiten von Betroffenen wurden gestärkt. Was für die Menschen im Rheinland kein Trost ist, kann für die Kohle-Gegner_innen in der Lausitz eine entscheidende Stärkung sein. In dieser Hinsicht äußerten sich zahlreiche Gruppen positiv zum Urteil (u.a. Greenpeace).
Kommentare von ausgeCO2hlt und Greenpeace:
Kommentar in der TAZ: http://www.taz.de/!129562/
5) Ontario beschließt den Kohleausstieg bis 2014
Eine interessante Meldung traf im Dezember bei uns ein: Die kanadische Provinz Ontario hat den Kohleausstieg beschlossen.

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1) DIW resümiert seine Arbeit zur Braunkohlewirtschaft: Braunkohle nicht systemrelevant für die Energiewende
Anlässlich der aktuellen Diskussion fasst das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) seine Arbeiten zur Braunkohlewirtschaft zusammen: Nimmt man die Ziele der Bundesregierung in Bezug auf die Energiewende ernst, so hat die Braunkohle weder aus umweltpolitischer noch aus wirtschaftlicher Perspektive eine Zukunft im deutschen Stromsystem. Angesichts des Scheiterns der „CO2-armen“ Braunkohleverstromung durch CO2-Abscheidung und –Speicherung (CCS Carbon Capture and Storage) ist Braunkohle auf lange Zeit der mit Abstand CO2-intensivste Energieträger und trägt ursächlich dazu bei, dass die CO2-Vermeidungsziele für 2020 nicht erreicht werden.
Alle DIW-Veröffentlichungen zur Braunkohle: http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.429668.de

2) Neuerscheinung: Zeitschrift PERIPHERIE „Alles muss raus! Konfliktfeld Bergbau“

Erscheinen: Dezember 2013 Bergbau ist zugleich ein politisch umstrittener und gesellschaftlich umkämpfter Sektor. Regierungen und Unternehmen hoffen auf hohe Investitionen und Gewinne; Nichtregierungsorganisationen und kritische WissenschaftlerInnen warnen vor den negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen, wie der Zerstörung kleinbäuerlicher Lebensgrundlagen, Vertreibung, der Kontamination von Wasser und Böden, sowie vor der Etablierung veränderter räumlicher politischer Ordnungen und Herrschaftsmuster.PERIPHERIE 132 diskutiert das Konfliktfeld Bergbau mit Fallstudien aus unterschiedlichen Regionen des Globalen Südens. Themen sind u.a.:
Konflikte um Land und territoriale Kämpfe; Entwicklungsmodell (Neo-)Extraktivismus; Widerstand gegen Bergbauvorhaben; transnationale politische und ökonomische Verflechtungen. 156 Seiten – 12,00 € – ISBN 978-3-89691-835-2
3) Bericht: Knowledge & Power: Fossil Fuel Universities
Die Organisationen „People & Planet“, 350.org und „Platform London“ haben einen Bericht veröffentlich, indem sie die Verstrickungen von britischen Universitäten und der fossilen Industrie durchleuchtet.
Der Bericht widmet sich insbesondere Stiftungsgeldern, Forschungsbeihilfen und Ehrendoktoren anhand denen enge Verflechtungen beider Sektoren deutlich werden.
Mehr Informationen und Bericht zum Download unter:

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1) Internationale Degrowth-Konferenz, 2. bis 6. September 2014, Leipzig
4. Internationale Degrowth-Konferenz für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit
Brücken bauen zwischen Praxis, Bewegung und Wissenschaft für die große TransformationDegrowth. Postwachstum. Décroissance. Wachstumswende. – All diese Begriffe beschreiben eine Bewegung, die nicht neu ist, aber aktuell an Bedeutung gewinnt: Die Suche nach Gesellschaftsentwürfen jenseits eines von Krise zu Krise taumelnden ökonomischen Wachstumsparadigmas.
Vom 2. bis 6. September 2014 wird in Leipzig die vierte internationale Degrowth-Konferenz stattfinden und einen Raum zur Fortführung dieser Suche und ihrer praktischen Erprobung bieten. Der Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Theorie, politischer Bewegung, praktischer Umsetzung und künstlerischer Reflektion soll unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen – auf dass sich fruchtbare Synergien entfalten und gemeinsame Visionen entstehen.Organisiert wird die Degrowth-Konferenz durch eine basisdemokratische Gruppe. Offizielle Organisator_innen sind Universität Leipzig, DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften der Universität Jena, Förderverein Wachstumswende, Konzeptwerk Neue Ökonomie und Research & Degrowth.

Mehr Informationen unter:  http://leipzig.degrowth.org/de/
Einreichen von Beiträgen:  http://leipzig.degrowth.org/de/beitrage/
2) Vattenfall erstellt im Auftrag der KfW Braunkohle-Konzept für den Kosovo
Der Grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer berichtet:
„Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezeichnet sich selbst gerne als „Grüne Bank“. Tatsächlich trägt die KfW durch zinsgünstige Kredite an vielen Stellen zur Energiewende bei. Ihr Engagement im Ausland ist dagegen deutlich weniger grün. Für die Erstellung eines Energiekonzeptes für die Republik Kosovo wählte die KfW ausgerechnet den Kohle- und Atomkonzern Vattenfall als Auftragnehmer. Vattenfalls Empfehlungen für die Zukunft könnten deutlicher nicht sein: Der Kosovo sollte langfristig auf eine klare Braunkohlestrategie setzen. Die KfW hat damit den Bock zum Gärtner gemacht.“
(Siehe auch unser Newsletter-Eintrag #6 unter „Neues aus der Bewegung“)
3) Australien: Blockade von geplanter Kohle-Mine
Über hundert Menschen blockierten die Eingänge des geplanten „Maules Creek“-Kohleprojekts im Nordwesten von New South Wales in Australien. Gegen die Mine, die 13 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll, gibt es vehementen Protest der lokalen Bevölkerung und von Umweltschützern.
Aufgrund der Proteste von 100 Aktivist_innen bei denen sich der 75-jährige Raymond McLaren an ein Auto vor einem der Eingänge kettete, mussten die Vorbereitungsarbeiten zur Rodung eines Waldes gestoppt werden.
4) Nordkorea: Der Zusammenhang von Kohleexport und der Hinrichtung von Kim Jong-Uns Onkel 
Die Hinrichtung des Onkel von Kim Jong-Un, Nordkoreas Diktator, hatte seine Wurzeln in einer Auseinandersetzug darüber, wer von den für Nordkorea lukrativsten Exporten profitieren würde: dem Export von Kohle, Muscheln und Krabben.

+ + + SONSTIGES + + + SONSTIGES + + + SONSTIGES + + +

1)  ZDF-Dokumentation ‚Böse Mine – gutes Geld: Das schmutzige Geschäft mit der Kohle‘
„In Deutschlands Steinkohlekraftwerken steigt der Bedarf an Steinkohle. Schon jetzt importieren die Stromkonzerne über 75 Prozent der Steinkohle aus dem Ausland – hier vor allem aus Kolumbien. Doch dort und anderswo verursacht der Abbau gewaltige Umweltschäden. In der beeindruckenden ZDF-Dokumentation ‚Böse Mine – gutes Geld: Das schmutzige Geschäft mit der Kohle‘ wird der Spur der Kohle gefolgt und aufgezeigt, welche Schäden durch den Kohleabbau für Mensch, Tier und Umwelt entstehen.“ (Hinweis aus Newsletter von Oliver Krischer, MdB)
2) ZDF-Reportage zu ‚Blackout-Drohungen‘ von Kohle-Energieversorgungsunternehmen
„Rechtzeitig zu den Koalitionsverhandlungen schlagen große Kohle-Energieversorgungsunternehmen wie RWE Alarm, dass immer mehr Ökostrom ihre Kraftwerke unrentabel macht und sie – sofern es keine Subventionen gibt – stillgelegt werden und ein Blackout drohe. Die ZDF-Sendung Frontal21 ist diesem Bluff der Energiekonzerne auf die Schliche gekommen.“ (Hinweis aus Newsletter von Oliver Krischer, MdB)
Der Beitrag kann abgerufen werden unter: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2021244/Stromkonzerne-Droht-der-Blackout%253F#/beitrag/video/2021244/Stromkonzerne-Droht-der-Blackout%3F

Impressum

Der Newsletter »Kohleausstieg Update« wird mit der Unterstützung von PowerShift e.V. von Philip Bedall und Georg Kössler ehrenamtlich erstellt.

Die Auswahl der aufgenommenen Beiträge und die Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Unterstützer wieder.

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Über GYGeorg

Global. Young. Green. Drei Eigenschaften von Georg, der lange u.a. bei den Global Young Greens (GYG) aktiv war und mittlerweile für den Kohleausstieg in Deutschland kämpft.

Veröffentlicht am Januar 9, 2014, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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