Warum wir über Geo-Engineering nicht so viel reden sollen?

Heute las ich einen Beitrag auf The Smithsonian der mir riet, nicht so viel über Geo-Engineering (mein „pet topic“) zu sprechen. Denn, so wird eine Studie aus dem aktuellen European Journal of Social Psychology zitiert, die Gefahr beginnt schon dann, wenn „die Leute“ über diese theoretische Möglichkeit erfahren. Allein der Gedanke daran, dass es diesen „Plan B“ geben könnte, würde dazu führen, dass sie sich nicht mehr ausreichend für Klimaschutz einsetzen würden. Das ist ja das klassische „Moral Hazard“ Dilemma, welches die Geo-Engineering Debatte schon immer begleitet und immer begleiten wird.

Doch ein Blick genauer in die Studie offenbart noch mehr: Es wurde in vier Experimenten empirisch gezeigt, dass die Auffassung von Technik bzw. technologischem Fortschritt in einem Verhältnis zum Umweltbewusstsein zu stehen scheint. Und zwar wie folgt:

Four experiments show that portraying science as rapidly progressing (…) in turn negatively affects the likelihood of engaging in environmentally friendly behaviour. (..) These findings show that when the aim is to promote environmentally friendly attitudes and behaviour, it helps to not overstate scientific progress.

Damit zusammenhängend wird behauptet, dass weniger technikoptimistische Menschen die Welt eher als chaotisch wahrnehmen und daher zu mehr Umweltschutz tendieren. Bei mir hat sich das im Bekanntenkreis nicht so ganz bestätigt.

Mit Blick auf die Politik und kommende Konflikte, etwa zwischen den eher an Geo-Engineering interessierten USA und den eher die Nachteile sehenden Europäer_innen stelle ich mir hier natürlich die Frage, ob die viel besungene „kulturelle Kluft“ zwischen Technikoptimismus hier und Technikskeptizismus hier wirklich so stimmt?

Ich denke, wir sollten dem Ratschlag nicht folgen, und weniger über Geo-Engineering sprechen. Die Gefahr, dass die Optionen (so irre sie auch klingen!) plötzlich im Falle einer Klimakatastrophe aus der Hutschnur gezaubert werden, ist einfach zu hoch, als dass wir vorher nicht breit darüber diskutieren müssen. Wenn die Debatte dazu führt, dass bei uns die Ablehnung eher steigt und in den USA eher die Offenheit dafür zutage tritt, ist das ein Nebeneffekt der die Politik herausfordert. Aber dadurch würde ja eben nur das sichtbar, was ohnehin da ist. Dann lieber offen streiten!

Über GYGeorg

Global. Young. Green. Drei Eigenschaften von Georg, der lange u.a. bei den Global Young Greens (GYG) aktiv war und mittlerweile für den Kohleausstieg in Deutschland kämpft.

Veröffentlicht am September 12, 2014, in GeoEngineering. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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