Berliner Kohlekraftwerke emittieren immer mehr Quecksilber!

Kohlekraftwerk Reuter-West in Berlin (picture: Alexrk2, CC BY-SA 3.0)

Kohlekraftwerk Reuter-West in Berlin (picture: Alexrk2, CC BY-SA 3.0)

Quecksilber ist giftig. Das lernen wir schon in der Schule. Über die Nahrungskette gelangt Quecksilber damit auch in den Körper des Menschen. Der größte Emittent von Quecksilber mit über 800 Tonnen im Jahr (global) ist die Kohleverbrennung. Die deutschen Quecksilberemissionen sind seit vielen Jahren konstant: Mit 10 Tonnen pro Jahr ist Deutschland zusammen mit Griechenland und Polen der traurige Spitzenreiter der Quecksilberfreisetzung in Europa. Rund 7 Tonnen (70 %) stammen in Deutschland aus Kohlekraftwerken. Das entspricht der jährlichen Freisetzung von sämtlichem Quecksilber aus 3,5 Millionen Energiesparlampen. Hier bei uns in Berlin sind die Emissionen aber sogar noch gestiegen!

Die Studie Quecksilber-Emissionen aus Kohlekraftwerken vom Institut für Ökologie und Politik (Ökopol) im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion zeigt in absoluten Zahlen, wieviel die Kohlekraftwerke in Deutschland in die Luft pusten. Dabei wird auch klar: Würden die gleichen Grenzwerte wie in den USA gelten, könnte nur eines der 53 meldepflichtigen Kohlekraftwerke in Deutschland am Netz bleiben.

Interessant ist die Tabelle auf den Seiten 31/32 der Studie, weil sie auch die Veränderung zum Vorjahr zeigt (in diesem Fall 2012/2013, weil die Daten immer erst später veröffentlicht werden). Die Berliner Steinkohlekraftwerke Reuter West und Moabit sind zwar im direkten Vergleich kleiner als viele andere in Deutschland, aber ihr Quecksilberausstoß ist um 24% bzw. 17% gestiegen! Gemeinsam kam es zu 47 kg Quecksilberemissionen in 2013. 80% müssten laut Studie eingespart werden, wenn die US-Grenzwerte gelten würden.

Es ist nur konsequent, dass wir Grüne auf Bundesebene und in Berlin für ambitioniertere Quecksilber-Grenzwerte eintreten! Es kann nicht sein, dass wir und unsere Kinder (die besonders empfindlich darauf reagieren) dieses giftige Zeug direkt über die Luft und indirekt über die Nahrung eingetrichtert bekommen, weil einige Kohlekraftwerke angeblich ewig laufen sollen. Diese müssen endlich wie in den USA nachgerüstet werden oder weniger Kohle verbrennen.

Kohleausstieg ist eben auch Gesundheitsschutz!

 

[Hinweis: Der Quecksilbergehalt in der Kohle variiert stark – selbst bei Braunkohle aus einem Tagebau. Grundsätzlich ist bei Steinkohle v.a. der Herkunftsort, z.B. Kolumbien, Ruhrgebiet oder Russland, entscheidend. Dennoch gilt: Deutsche Kohlekraftwerke emittieren viel zu viel und das muss sich ändern!]

Über GYGeorg

Global. Young. Green. Drei Eigenschaften von Georg, der lange u.a. bei den Global Young Greens (GYG) aktiv war und mittlerweile für den Kohleausstieg in Deutschland kämpft.

Veröffentlicht am Januar 12, 2016 in Berlin, Energy Policy, Kohleausstieg und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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