Archiv der Kategorie: Energy Policy

Berliner Kohlekraftwerke emittieren immer mehr Quecksilber!

Kohlekraftwerk Reuter-West in Berlin (picture: Alexrk2, CC BY-SA 3.0)

Kohlekraftwerk Reuter-West in Berlin (picture: Alexrk2, CC BY-SA 3.0)

Quecksilber ist giftig. Das lernen wir schon in der Schule. Über die Nahrungskette gelangt Quecksilber damit auch in den Körper des Menschen. Der größte Emittent von Quecksilber mit über 800 Tonnen im Jahr (global) ist die Kohleverbrennung. Die deutschen Quecksilberemissionen sind seit vielen Jahren konstant: Mit 10 Tonnen pro Jahr ist Deutschland zusammen mit Griechenland und Polen der traurige Spitzenreiter der Quecksilberfreisetzung in Europa. Rund 7 Tonnen (70 %) stammen in Deutschland aus Kohlekraftwerken. Das entspricht der jährlichen Freisetzung von sämtlichem Quecksilber aus 3,5 Millionen Energiesparlampen. Hier bei uns in Berlin sind die Emissionen aber sogar noch gestiegen! Lies den Rest dieses Beitrags

Klimaretter-Bericht von der #BDK15

Georg auf der BDK15

Auf Klimaretter.info gab es einen knackigen Bericht zu den von mir mit „umkämpften“ Punkten auf unserer diesjährigen Bundesdelegiertenkonferenz. Wi rhaben es geschafft, das Ziel von 100% erneuerbaren Energien im Stromsektor zu halten. Dafür mussten wir aber eingestehen, dass die vollständige Umstellung des Energiesystems (also inkl. Wärme und Verkehr) wohl eher bis zur Mitte des Jahrhunderts dauern wird. So sehen Kompromisse eben aus! Lies den Rest dieses Beitrags

Solarer Sonnabend in Lichtenberg

Der Solare Sonnabend des grünen Kreisverbandes Lichtenberg hat Tradition. Nachdem im letzten Jahr Oliver Krischer da war, kam diesmal mit Robert Habeck sogar ein Landesminister. Der Energiewendeminister aus Schleswig-Holstein ging in seiner Rede auf den Kohleausstieg, den Netzausbau und sogar auf die verschmutzte Rummelsburger Bucht ein. Er appellierte an alle rund 40 Anwesenden, dass die Energiewende ein Projekt der Bürgerinnen und Bürger ist und wir „von unten“ alle etwas beitragen können und müssen.

Anschießend durfte ich mit aufs Podium und zusammen mit Josefa Kny (FuturZwei), Christine Kühnel (BUND Berlin) und Friederike Korte (Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung) über das Thema „Mehr oder schöner“ über die Wachstumsfrage und deren Bedeutung für die Energiewende debattieren.

Hier das Video dazu:

Kohleausstieg Update #10 ist endlich da!

Kohleausstieg Update feiert Jubliläum: Ausgabe 10 ist erreicht.
Schwerpunkt dieser Ausgabe ist eine Bewertung der Entscheidung zum Klimabeitrag. Über Wochen hat die Debatte rund um eine „Kohle-Abgabe“ die energie- und klimapolitische Szene beschäftigt. Am Ende setzten sich die Interessen der fossilen Lobby durch. Hier eine kritische Bewertung der Entscheidung und ein Blick nach vorn.
Darüber hinaus wollen wir auch mit diesem Newsletter wieder über aktuelle Entwicklungen und kommende Events aus Bewegung, Gesellschaft und Politik rund um den nötigen Kohleausstieg informieren.

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Der Kohlewiderstand darf nicht zersplittern!

Mich regt es auf, dass diejenigen, die eigentlich gemeinsam für ein Ziel kämpfen (wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln und Wegen) sich derzeit aufeinander einschießen. Das ist weder effektiv noch macht es Spaß.

Im Letzten Sommer haben Aktivist*innen des Klimacamps im Rheinland die Parteizentrale der Grünen NRW besetzt, um gegen die zu wenig konsequente Anti-Kohle-Politik der Rot-Grünen Landesregierung zu demonstrieren. Nach der Räumung durch die Polizei sind nun einige Aktivist*innen von hohen Strafen bedroht. Die Fronten sind derzeit verhärtet.

Ich habe mit Theresa und Felix die beiden Sprecher*innen der GRÜNEN JUGEND für einen Brief an beide Seiten – mit denen wir alle in engem Kontakt stehen – gewinnen können. Heute wurde er so abgeschickt. Lies den Rest dieses Beitrags

Klimaschutz im Europawahlprogramm

Wer den Entwurf zum grünen Europawahlprogramm liest, stößt gleich im ersten Kapitel auf die Prämisse, dass wir „menschliches Leid und den wirtschaftlichen Schaden“ durch Klimaschutz von Europa und den Menschen abwenden wollen und Europas Abhängigkeit „von Russland und den Ölscheichs“ beendet werden soll. Doch gibt es eine richtige Erzählung, die von der Beschreibung einer Krise, über die Unwägbarkeiten eines grünen Lösungsweges auf das gemeinsame Ziel hin führt?

Gerade die Klima- und Energiepolitik der EU gibt das doch her! Die Krise ist gerade nach der Warschauer Klimakonferenz immanent sichtbar und gleichzeitig ist das Ziel – eine 100 Prozent erneuerbare Welt – schon heute mehrheitsfähig. Es muss klar sein, dass nur konkrete grüne Politik den Weg von A nach B gehen kann und das es dabei auch klare Gegner gibt. Lies den Rest dieses Beitrags

Energiewende ist unter Beschuss!

Liebe Leser_innen,

kurz vor der Bundestagswahl geht es unverhofft doch noch mal ganz offen und ungeschminkt um pro und contra Energiewende. FDP und Merkel wollen sie jetzt ganz kappen! Wir sollten allen noch mal klar machen, was zur Wahl steht:

FDP und Merkel bereiten Ausstieg aus dem Atomausstieg vor!

Die Zeichen stehen auf Sturm! Am Sonntag entscheidet sich, ob Deutschland die Energiewende fortsetzt oder zu Kohle und Atom zurückgehrt.

  • Merkel kündigt ein Ausbremsen des Ökostromzubaus in ihrem 100 Tage Programm an.
  • Die FDP hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen und offen gemacht, dass sie die Energiewende komplett und sofort stoppen will („Moratorium für EE-Ausbau“).
  • Oettinger (CDU) attestiert aus Brüssel und will das EEG komplett kippen.

Die jetzige Regierungskoalition wird die Energiewende nach der Bundestagswahl kippen und am Ende auch den Atomausstieg zurückzunehmen – gegen den Willen der übergroßen Mehrheit in der Bevölkerung (-> 82 % stehen voll hinter Energiewende!)

Die CSU bereitet das in Bayern schon vor: Sie erhöht die Produktionskapazität des maroden AKW Gundremmingen und verbietet den Bau neuer Windkraftanlagen. Dieses Modell soll jetzt auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

Im Kern heißt das: Merkel bereitet den Ausstieg aus dem Atomausstieg vor!

Schwarz-Gelb verfolgt eine perfide Strategie! Erst haben sie mit den von ihr durchgedrückten Industrie-Privilegien die Strompreise hochgetrieben, jetzt schiebt sie den selbst verursachten Preisanstieg vor, um komplett aus der Energiewende auszusteigen.

Atom- und Kohlewirtschaft könnten aufatmen, ihre Gewinne würden abgesichert. Die Erneuerbaren-Branche wäre ruiniert. Die Zukunftsbranche würde in Deutschland zusammenbrechen, bis zu 400.000 Arbeitsplätze vernichtet.

Es geht jetzt darum, Atomausstieg und Energiewende zu retten: Vor Merkel, Seehofer und der FDP!

Die GRÜNEN Forderungen:

Wir wollen den Atomausstieg sicher vollenden und die Energiewende zum Erfolg führen. Einem schwarz-gelben Rollback zu Atom und Kohle werden wir uns mit aller Kraft entgegenstellen!

Wir stellen dem schwarz-gelben Energie-Kahlschlag ein klares Konzept für die kosteneffiziente Fortsetzung der Energiewende gegenüber:

  1. Wir wollen die von Schwarz-Gelb ausgeweiteten Begünstigungen der Industrie im EEG und bei den Netzentgelten wieder zurückführen. Unterm Strich würden dadurch Privathaushalte und Mittelstand bei den Stromkosten um mindestens 4 Mrd. Euro entlastet. 50 Euro im Jahr.
  2. Wir wollen das EEG nicht abschaffen, sondern kosteneffizient weiterentwickeln. Das heißt z. B.:
  • Die Vergütungssätze und Boni stellen wir auf den Prüfstand,
  • die Windkraftförderung wollen wir stärker auf den dezentralen, preiswerten Ausbau an Land ausrichten.
  • steuerbare Erneuerbare wie Biomasse und Wasserkraft sollen zum Ausgleich der schwankenden Wind- und Sonnenstromerzeugung genutzt werden
  • die technischen Anforderungen an die EEG-Anlagen werden erhöht, damit sie besser in die Netze integriert werden.

Ein solche Novelle wollen wir nach der Wahl schnell angehen und 2014 abschließen.

Für die letzten Tage Wahlkampf habe ich zwei Flyer (mit Friekasch) gemacht. Bitte schön:

KlimaFlyerVordersKlimaFlyerRuecks

Industrie lügt Energiewende schlecht

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat mit einem schönen Gutachten gezeigt, wie die Industrie in Deutschland trotz fetten Subventionen weiter den kranken Mann spielt.

Gerade der Vergleich mit den ach so niedrigen Strompreisen in den USA zeugt entweder von Dummheit oder Bösartigkeit. hierzu muss ich wohl noch mal separat bloggen. Die Preisentwicklung verläuft nämlich seit Jahren parallel mit einem heute schon sichtbaren gewichtigen Unterschied: Preissenkungen durch Fracking sind nur vorübergehend und ökologisch teuer erkauft, Preissenkungen durch Erneuerbare bleiben. Lies den Rest dieses Beitrags